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Einkommenssteuer
 

Steuererklärung für Rentner

25.07.2017

Seit dem 1. Juli 2017 sind die Renteneinnahmen gestiegen. Rentner im Beitragsgebiet West erhalten 1,9 Prozent mehr Rente, im Beitragsgebiet Ost sind es 3,59 Prozent. Viele Rentner stellen sich die Frage, ob nach der Rentenanpassung Steuern fällig werden. Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) hat deshalb errechnet, welche Rentner aktiv werden müssen.

Die Mehrzahl der Rentner in Deutschland müssen nach wie vor keine Steuern zahlen. Die Zahl derjenigen, die Steuern zahlen müssen, nimmt allerdings regelmäßig zu. Dies hängt jedoch weniger mit der jährlichen Rentenanpassung zu-sammen. Vielmehr hat jeder neue Rentnerjahrgang einen geringeren Freibetrag und muss deshalb bereits mit gerin-geren Rentenbezügen Steuern zahlen, als dies bei früheren Jahrgängen der Fall ist.

Die jährlichen Rentenanpassungen sind zwar auch in voller Höhe steuerpflichtig. Allerdings gleicht sich der Betrag zu-mindest teilweise durch die Anhebung des steuerfreien Existenzmi-nimums aus. Dieses steigt 2017 gegenüber dem Vorjahr um 168 Euro auf 8 820 Euro. Außerdem können Rentner die auf die Rentenerhöhung anfallenden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung absetzen. Das sind im Durchschnitt knapp 11 Prozent der Rentenbezüge. Deshalb verändert sich die steuerliche Situation erst, wenn die Rente 2017 um mehr als 190 Euro gegenüber dem Vorjahr ge-stiegen ist.

Wer aufgrund geringer Rente bisher keine Steuererklärung abgeben musste, braucht im Rentengebiet West nach der diesjährigen Anpassung weiterhin keine Steuerbelastung zu befürchten. Für Rentner in Beitragsgebiet Ost kann aufgrund der etwas stärkeren Anhebung erstmals eine Steuerbelastung auftreten. Dies betrifft allerdings nur verhältnismäßig we-nige Rentner und die jährliche Steuerbelastung allein durch die Rentenanhebung wird nur im niedrigen zweistelligen Be-reich liegen.

Eine Orientierung über die mögliche Steuerbelastung gibt die nachfolgende Tabelle. Sie gilt für diejenigen, die aus-schließlich gesetzliche Rentenbezüge haben. Für Ehepaare verdoppeln sich die Werte. Wer mit seiner Monatsrente nach der diesjährigen Rentenanpassung die aufgeführten Werte nicht überschreitet, muss keine Steuernachzahlung einkal-kulieren.

Bis zu folgender Höhe fällt bei Rente aus gesetzlicher Versicherung keine Steuerbelastung an, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen

Rentenbeginn                                                  Rentengebiet West                                                Rentengebiet Ost
                                                                   Jahresrente 1)    Monatsrente 2)               Jahresrente 1)       Monatsrente 2)

2005                                                               19.244                  1.619                                  18.031                     1.529
2006                                                               18.609                  1.565                                  17.510                     1.485
2007                                                               18.089                  1.522                                  17.080                     1.448
2008                                                               17.712                  1.490                                  16.821                     1.427
2009                                                               17.264                  1.452                                  16.493                     1.399
2010                                                               16.750                  1.409                                  16.053                     1.361
2011                                                                16.370                 1.377                                  15.730                     1.334
2012                                                                15.958                 1.342                                  15.500                     1.314
2013                                                                15.534                 1.307                                  15.267                     1.295
2014                                                                15.195                 1.278                                  14.994                     1.272
2015                                                                14.945                 1.257                                  14.829                     1.258
2016                                                                14.673                 1.234                                  14.673                     1.244
2017                                                                14.208                 1.195                                  14.208                     1.205
1) Bruttorente 2017
2) Monatsrente zweites Halbjahr
3) Berechnung mit 2,55 Prozent Beitrag zur Pflegeversicherung, 8,4 Prozent zur Krankenversicherung

Eine Steuererklärung für 2017 ist erst im kommenden Jahr einzureichen. Wer mit seiner Rente die genannten Beträge deutlich überschreitet, sollte prüfen, ob auch für die Vorjahre eine Steuererklärung einzureichen ist.

Für eine individuelle Beratung können sich Rentner und Pensionäre an Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine wenden. Adressen erhalten sie im Suchservice des Bundesverbandes unter www.beratungsstellensuche.de und telefonisch über die Geschäftsstelle des BVL: 030 – 58 58 40 40.

 
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