AKTUELLES

Willkommen beim Lohnsteuer-Beratungs-Verein e.V.

Einkommenssteuer
 

Bewerbungskosten von der Steuer absetzen!

30.05.2012

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Stellensuche entstehen, sind grundsätzlich als Werbungskosten absetzbar.

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Stellensuche entstehen, sind
grundsätzlich als Werbungskosten absetzbar. Berücksichtigt werden sie als
so genannte vorab entstandene Werbungskosten im Hinblick auf zukünftige
Einnahmen. Ob die Aufwendungen tatsächlich zum Erfolg geführt haben,
spielt dabei keine Rolle. Zu den Bewerbungskosten gehören alle Aufwendungen,
die bei der Stellensuche entstehen, zum Beispiel die Kosten für


• Stellenanzeigen
• Bewerbungsfotos
• Beglaubigungen
• Büromaterial, Briefpapier
• Fahrtkosten (soweit sie nicht ersetzt wurden), Übernachtungs-, Verpflegungskosten
• Fotokopien, Porto und Faxkosten
• Telefonkosten (Einzelnachweis aus der Telefonrechnung oder Liste
mit Gesprächspartner, Grund des Gesprächs, Zeitpunkt, Dauer und
Kosten)
• Urkunden, Übersetzungen
• Sonstige Kosten (Stadtplan, Bücher etc.)


Nicht abzugsfähig sind Aufwendungen für Kleidung, die Sie speziell für das
Bewerbungsfoto oder das Vorstellungsgespräch gekauft haben.

Wenn keine Belege mehr vorliegen, hilft der Grundsatz: "Wenn Aufwendungen
dem Grunde nach zweifelsfrei entstanden sind, dürfen sie der Höhe nach
geschätzt werden" (BFH-Urteil vom 12.9.2001, BStBl. 2001 II S. 775). Eine
Orientierung liefern die Überlegungen des Finanzgericht Köln (Urteil vom
7.7.2004, Az. 7 K 932/03). Für Bewerbungen mit Bewerbungsmappe haben
die Kölner Richter pauschal 9,00 € anerkannt, für Bewerbungen ohne Mappe
2,50 €, z. B. für E-Mail-Bewerbungen, Kurz- und Initiativbewerbungen.

Manche Finanzämter betrachten auch 10 € bis 15 € pro Bewerbung als
glaubhaft, wenn die Bewerbungen nachgewiesen werden, zum Beispiel durch
Zwischen- oder Absagebescheide oder sonstigen Schriftverkehr mit den betreffenden
Arbeitgebern.
Für Vorstellungsgespräche können Reisekosten nach Dienstreisegrundsätzen,
also Fahrtkosten in tatsächlicher Höhe, Mehraufwendungen für Verpflegung,
ggf. Übernachtungskosten und Reisenebenkosten geltend gemacht
werden. Erstattungen der Unternehmer müssen selbstverständlich von den
geltend gemachten Aufwendungen abgezogen werden. Dies gilt auch für
Zuschüsse des Arbeitsamtes.

Auch Arbeitslose, Hausfrauen, Selbstständige und Jugendliche können ihre
Aufwendungen für die Jobsuche als Werbungskosten geltend machen. Dies
ist selbst dann möglich, wenn Sie keine Einnahmen aus nichtselbstständiger
Arbeit erzielen oder die Einnahmen niedriger sind als die Bewerbungskosten.
Der entstandene Verlust kann mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden.

Wirken sich die Aufwendungen in diesem Jahr steuerlich nicht aus, weil eine
ganzjährige Arbeitslosigkeit vorlag, können die Ausgaben im Vorjahr oder in
den Folgejahren als Verlustrücktrag bzw. -vortrag geltend gemacht werden.

 
Facebook Like aktivieren
 
 
 
 
Copyright © LBV 2012 Seite weiterempfehlen