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Einkommenssteuer
 

Steuertipps für Schüler und Studenten

05.07.2012

Viele Schüler und Studenten gehen in den Ferien bzw. Semesterferien einer Berufstätigkeit nach. Wird ein Ferienjob nur kurzfristig ausgeübt

„Viele Schüler und Studenten gehen in den Ferien bzw. Semesterferien einer Berufstätigkeit nach. Wird ein Ferienjob nur kurzfristig ausgeübt bleibt er unabhängig von der Höhe des Verdienstes komplett sozialabgabenfrei“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Der besondere Vorteil einer kurzfristigen Beschäftigung liegt darin, dass weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber Sozialabgaben zahlen müssen.


Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des
Verdienstes ist dann unerheblich.


Der Zwei-Monats-Zeitraum ist maßgeblich, wenn der Ferienjob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Liegt der Beschäftigungsumfang bei regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche, wird auf den Zeitraum von 50 Arbeitstagen abgestellt.


Für einen kurzfristigen Minijob kann der Arbeitgeber unter den oben genannten Voraussetzungen und bei Verzicht auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent des Arbeitsentgelts zuzüglich des
Solidaritätszuschlags und ggf. der Kirchensteuer erheben. Tut er dies, fallen für den Schüler/Studenten keine Sozialabgaben und keine Steuern an, eine Einkommensteuererklärung im Folgejahr erübrigt sich.


Für Schüler und Studenten, die das ganze Jahr über arbeiten und die monatlich nicht mehr als 400 Euro verdienen, gelten dagegen die üblichen Regelungen für Mini-Jobber. Für 400-Euro-Minijobs zahlen (gewerbliche) Arbeitgeber
Abgaben in Höhe von maximal 30,88 Prozent (ab 1.1.2012) des Verdienstes an die Minijob-Zentrale. Das sind Pauschalbeiträge in Höhe von 15 Prozent zur Renten- und 13 Prozent zur Krankenversicherung, die einheitliche
Pauschalsteuer in Höhe von 2 Prozent (sofern nicht per Lohnsteuerkarte bzw. Lohnsteuer abgerechnet wird) sowie 0,88 Prozent Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit, Mutterschaft und Insolvenz. Für
Minijobber, die privat krankenversichert sind, zahlen Arbeitgeber keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung.

Schüler und Studenten können mit einem Minijob bereits Zeiten für die Rentenversicherung und einen eigenen Anspruch auf Riesterförderung erwerben. Um diese Vorteile in Anspruch nehmen zu können, müssen sie auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Bei einem Monatsverdienst von zum Beispiel 400 Euro werden derzeit dafür 18,40 Euro (seit 1.1.2012 = 4,6 Prozent von 400 Euro) einbehalten.


Anderenfalls müssen Schüler/Studenten beim Wohnsitzfinanzamt eine Lohnsteuerbescheinigung beantragen (sofern bisher noch keine Lohnsteuerkarte vorliegt) und diese dem Arbeitgeber vorgelegen. Für Studenten, die keiner weiteren Beschäftigung nachgehen, dürfte dies kein Problem darstellen.


In der Steuerklasse I bleibt dann ein Monatsverdienst von bis zu 905 Euro steuerfrei. Bei einem höheren Monatsverdienst muss der Arbeitgeber Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag sowie ggf. Kirchensteuer einbehalten und ans
Finanzamt abführen. Erzielt der Schüler/Student nicht mehr als zirka 11.000 Euro Bruttojahresverdienst (Grundfreibetrag: 8.004 Euro, Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 Euro, Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1.000 Euro plus eine
vom Arbeitslohn abhängige Vorsorgepauschale) werden ihm, die zunächst vom Arbeitgeber einbehaltenen und ans Finanzamt abgeführten Steuern, auf Antrag bei der Einkommensteuererklärung im Folgejahr in voller Höhe erstattet.

 
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